Der Falter 03/2024

Was halten Sie für unverzichtbare Forderungen? Jegliche weitere finanzielle Belastung der landwirtschaftlichen Betriebe muss vermieden werden. Hier stehen gerade die bäuerlichen Familienbetriebe im Fokus, die doch immer von der Politik und der Gesellschaft gefordert werden und unterstützt sein sollen. Diese hätten darunter als Erste zu leiden. Machen Sie als Verbraucher sich bitte bewusst: Jeder Stall, der heute seine Türen schließt, jeder Betrieb der heute seine Tore schließt, macht diese nie wieder auf! Die Entscheidung, den eigenen Betrieb zu schließen, geht an die Existenz, verlangt den Landwirten alle psychische Kraft ab und ist eine Entscheidung auf Dauer! Wie hat sich der Bauernbestand in der von Ihnen vertretenen Region innerhalb der letzten Jahre verändert? Wie sah/sieht die familiäre Nachfolge und der Fortbestand der Betriebe aus? Leider hält der Strukturwandel innerhalb der „grünen“ Branche ungebremst an. Nicht nur in der klassischen Landwirtschaft, auch in anderen Bereichen wie dem Wein- und Gartenbau verzeichnen wir einerseits die Aufgabe kleiner Betriebe und – parallel dazu – das Wachsen der größeren Betriebe, die dann die freiwerdenden Flächen in Bewirtschaftung nehmen. Ein großes Problem ist dabei oftmals die fehlende Bereitschaft der jungen Generation, eine landwirtschaftliche Ausbildung zu absolvieren, um später die elterlichen Betriebe zu übernehmen und weiterzuführen. Wir registrieren immer wieder Fälle, in denen die nächste Generation den Betrieb nicht mehr übernehmen möchte. Ein Beruf außerhalb der Landwirtschaft mit geregelten Arbeits- und Urlaubszeiten sowie sicherer Lohnzahlung verstärkt dies noch zusehends. Seit wann beteiligen sich Ihre Kreisverbände an den Protestaktionen? Wie viele haben Sie etwa durchgeführt? Was waren inhaltliche Schwerpunkte? Die BBV-Kreisverbände beteiligen sich vom Beginn der Protestaktionen seit etwa Mitte Dezember 2023. Im Bereich Kitzingen-Würzburg haben sich die Bäuerinnen und Bauern dabei mit einer Vielzahl an Aktionen, vom lokalen Mahnfeuer bis hin zu überörtlichen Schlepperdemonstrationen, beteiligt. Wir selber haben zusammen mit anderen Organisationen drei große Protestaktionen organisiert. Auslöser und Hauptkritikpunkt für die Proteste waren und sind bei uns die Sparbeschlüsse hinsichtlich der KFZ-Steuerbefreiung der landwirtschaftlichen Fahrzeuge und die Abschaffung des steuerbegünstigten Agrardiesels. Ersteres wurde von der Regierung relativ schnell wieder "einkassiert", die Sparbeschlüsse zum Agrardiesel blieben jedoch bestehen. Die Solidarität anderen Branchen/Berufsgruppen, deren Beteiligung an Ihren Protesten sind gewachsen? Gerade der Mittelstand und das Handwerk haben sich mit den Bauern solidarisiert. Spediteure, Gastronomen, Bäcker, Metzger, Handwerker... Alle diese Berufsgruppen spüren aktuell, dass in unserem Land etwas nicht mehr stimmt und tun mit uns ihren Unmut kund. Wie stimmen Sie Ihre Aktionen mit Polizei, Sicherheits- und Rettungskräften ab? Alle unsere großangelegten Aktionen waren ordnungsgemäß bei den Behörden angemeldet. Um diese dann auch genehmigt zu bekommen, fanden in Vorfeld runde Tische mit den Verwaltungs- und Sicherheitsbehörden statt. Alle unsere Aktionen liefen geordnet und ohne nennenswerte Zwischenfälle ab. Radikalismus und Populismus jedweder Art war nicht erwünscht und wäre auch nicht geduldet worden. Daher rührt auch die positive Resonanz und Akzeptanz der Bevölkerung. Welche Resonanzen haben Sie von Kommunalpolitik und Parteien erfahren? Von der örtlichen Politik haben wir überwiegend positive und verständnisvolle Rückmeldungen erhalten. Was wünschen Sie sich unabhängig davon von den Menschen unserer Region? Die teils fehlende Akzeptanz der Bevölkerung spielt eine gewichtige Rolle. Welcher hart arbeitende Landwirt möchte schon gerne als Umweltsünder und Tierquäler gesehen werden. Aber uns stehen in Deutschland die vergleichsweise billigsten, auch qualitativ hochwertigsten Lebensmittel zur Verfügung. Das beruht auf der Leistung der deutschen Bäuerinnen und Bauern. Darüber sollte sich also jeder Gedanken machen, bevor er über den Landwirt mit dem Güllefass oder der Pflanzenschutzspritze schimpft. Heben Sie ruhig auch einmal den Daumen zu einem Landwirt! Er wird es Ihnen danken. Landwirtschaft ernährt uns alle! Wilfried Distler, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes Kitzingen % Bei uns liegen Sie richtig: Öffnungszeiten Mo–Fr: 900 – 1200 Uhr, 1400 – 1800 Uhr Weingartenstr. 35 · 97337 Dettelbach · Tel. 09324/1254 Kostenlose Parkplätze vor dem Haus z.B. mit unserer Vital Dream Matratze H2 u. H3 Gr. 90/200 oder 100/200 Preis: 248.- € Jetzt statt 680.- zum Werbepreis von nur 398.- € % 7- Zonen Kaltschaum-Matratze DREAM HAPPY Gesamthöhe 21cm in versch. Größen Kern Aktion „Wir sitzen alle in einem Boot“, Januar, Würzburg. Fotos Wilfried Distler.

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