Der Falter 12/2024

Tod hinaus unterstützt. Bei der Sternsingeraktion 2024 wurden bundesweit rund 46 Millionen Euro gesammelt. Das Dreikönigssingen besteht seit 1959 und hat bisher insgesamt 131 Milliarden Euro erbracht. Eine beachtliche Zahl und ein unglaublicher Erfolg! Natürlich freuen sich die Kinder auch über ein paar Süßigkeiten als Belohnung für ihren persönlichen Einsatz. Jahrzehntelang war einer der Sternsinger schwarz angemalt als Zeichen dafür, dass Gott für alle Menschen geboren ist, für Schwarze und Weiße. Neuerdings traut man sich das oft nicht mehr: Man könnte ja anecken wegen „Diskriminierung Farbiger“ oder „Aneignung fremden Kulturguts“. Eine völlige Verkennung von Bedeutung und Sinnhaftigkeit! Weihnachten wird oft als Fest der Familie bezeichnet: Großeltern reisen zu ihren Kindern und Enkeln, erwachsene Kinder kommen nachhause. Man feiert miteinander, beschenkt sich, singt Weihnachtslieder, isst zusammen, geht gemeinsam zur Kirche. Aber was ist mit denen, die keine Familie haben? Die allein sind? Die ohne Wohnung auf der Straße leben? Alle Einsamen sind seit einigen Jahren in Kitzingen ins Stadtteilzentrum eingeladen, eine Initiative aus St. Vinzenz. Sternsinger. Foto Rita Engert. So wird auch hier schon frühzeitig geplant und vorbereitet: Adventskränze und Weihnachtsbäume werden besorgt, die Weihnachtskrippe aufgestellt, die Kirchen werden geputzt und der Blumenschmuck soll besonders prächtig aussehen. Musiker, Sänger und andere haben alle Hände voll zu tun mit Proben für Weihnachtskonzert, Chorgesang und Krippenspiel. Auch die Predigt sollte gut vorbereitet sein, weil die frohe Botschaft ja mehr Zuhörer als gewöhnlich erreicht. Zusätzliche Gottesdienste und Beichtgelegenheiten wollen organisiert werden. Selbst im kirchlichen Bereich, wo der Sinn von Weihnachten im Vordergrund steht, fließen viel Zeit und Energie in Planung und Organisation. Und doch liegt über allem geschäftigen Treiben eine besondere Stimmung: Ein Hauch von unerfüllter Sehnsucht, ein unbestimmtes Warten, man weiß nicht recht worauf. Wehmütige Erinnerungen kommen auf an Weihnachtserlebnisse in der Kindheit. Man wird nachdenklicher, hellhöriger für die Not des Nachbarn, für das Leid des Mitmenschen. Und so nimmt es nicht Wunder, dass Weihnachtszeit auch Spendenzeit ist. Weihnachten – das Fest der Liebe! Wo viele sich überreich beschenken, muss auch etwas für die Armen abfallen. Und so flattern in vorweihnachtlicher Zeit vermehrte Spendenaufrufe (auch Bettelbriefe) ins Haus: Hilfe für Palästina, die Ukraine, die Caritas, Welthungerhilfe, SOS -Kinderdorf, Malteser, Rotes Kreuz, Johanniter – die Liste ist schier endlos! Jeder will von der weihnachtlichen Mildtätigkeit nutzen. Dazu kommen die kirchlichen Weihnachtsaktionen Adveniat und Brot für die Welt. „Spenden statt schenken“ heißt ein Schlagwort. Besonders Kinder stehen im Focus, auch arme Kinder sollen eine Weihnachtsfreude erhalten. „Weihnachten im Schuhkarton“ heißt eine weltweit bekannte Aktion. Aber auch in unserer Nähe finden sich Initiativen: Die Rumänienhilfe Karl aus Bibergau sammelt in Schulen und Kindergärten weihnachtlich verpackte Päckchen für arme Familien und Kinder; „Kindern ein Lächeln schenken“ ist zwar ganzjährig aktuell, hat aber in der Weihnachtszeit einen besonderen Stellenwert. Die bekannteste Spendenaktion von Kindern für Kinder ist das Dreikönigsingen, unterstützt vom päpstlichen Kinder-Missionswerk und vom BDKJ (Bund deutscher katholischer Jugend): Jeweils drei Kinder bzw. Jugendliche gehen am 6. Januar verkleidet als die drei Weisen aus dem Morgenland, die Könige Caspar, Melchior und Balthasar, von Haus zu Haus. Sie führen einen goldenen Holzstern mit sich. Der Evangelist Matthäus berichtet, dass Sterndeuter aus dem Osten, vom Betlehem-Stern geführt, das Jesuskind besuchten und ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenke darbrachten. Als sie in ihre Heimat zurückkehrten, erzählten sie davon und wurden damit zu ersten Glaubensboten. Genauso tragen die Sternsinger den Segen Gottes in die Häuser. Sie läuten an den Türen, sprechen ein Gedicht, singen ein Lied und schreiben den Segen mit geweihter Kreide an die Haustür: C-M-B und die Jahreszahl. Die Buchstaben stehen für: „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus.) Weil viele Menschen den Sinn des lateinischen Segenswunsches nicht kennen, leiteten sie daraus die Namen der Könige ab, die in der Bibel tatschlich nirgends erwähnt sind. Die Sternsinger sammeln Geld für notleidende Kinder. Im letzten Jahr standen Kinder in Amazonien im Mittelpunkt, die von Klimaveränderungen besonders betroffen sind. In Kitzingen St. Johannes organisiert die KJG (katholische junge Gemeinde) seit Jahren das Dreikönigssingen. Dabei kommen regelmäßig zwischen zehn- und zwölftausend Euro zusammen. Mit dem Geld wird die Arbeit der Kitzinger Ordensfrau Christl Link in Bogotá (Kolumbien) über ihren Inh. Sorina Hasanoglu Alte Burgstraße 12 97318 Kitzingen Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag: 07.30 - 21.00 Uhr Samstag & Sonntag: 09.00 - 21.00 Uhr Seit dem 1. September gibt es ein neues kleines sehr einladendes Café in der Alten Burgstraße in Kitzingen. Schauen Sie mal rein. Die Familie Hasanoglou verwöhnt Sie gerne mit einer großen Auswahl an Kaffeespezialitäten, selbstgebackenen Kuchen sowie leckeren Crépes, süß und herzhaft, sowie frischen Waffeln. Fotos: Petit Cafe PETIT CAFÉ Fortsetzung nächste Seite 7 | DER FALTER DEZEMBER 2024

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