Der Falter 05/2025

GEDANKEN ZUR ZEIT EINFACH MAL DEN KOPF FREI MACHEN Immer wieder habe ich das Gefühl wie viele andere, dass ich jetzt eine Auszeit brauche, den Kopf frei machen muss. Da hilft zum Beispiel ein Spaziergang, Laufen und Bewegung in der Natur. Danach bin ich wie verändert, ein neuer Mensch. Ich kann Probleme neu anschauen, eine neue Orientierung gewinnen. Das gilt umso mehr, wenn ich gerade eine persönliche oder existentielle Krise habe und nach einem Sinn meines aktuellen Lebens suche. Harpe Kerkeling auf dem Jakobsweg Für den bekannten Fernsehmoderator, Schauspieler und Autor Harpe Kerkeling waren ein Hörsturz und die Entfernung der Gallenblase Auslöser für die Entscheidung, den Jakobsweg zu gehen. Kerkeling wählte für seine Wanderung im Jahr 2001 den klassischen Jakobsweg „Camino Francés“ von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela. Er setzte sich wie alle Pilger mit den physischen und psychischen Anforderungen einer solchen Reise auseinander. In seinem Buch “Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg“ beschreibt er seinen Weg zum Grab des heiligen Apostels Jakobus im Nordwesten Spaniens, wohin seit etwa 1000 Jahren Menschen pilgern. Im sehr unterhaltsam plaudernden Ton, aber auch tiefsinnig schildert Kerkeling seine Erfahrungen, über den Sinn des Lebens sowie die Begegnungen mit „Sonderlingen und Exoten“. Und er schreibt über Gedanken und Gefühle zu seinem Leben, ihm auf dem Weg gekommen sind, die ihm bisher völlig fremd waren. Ähnliche Erfahrungen machen viele Menschen, sowohl bei individuellen Wanderungen, wie auch richtigen Wall- und Pilgerfahrten. Während beim Pilgern der „Weg das Ziel ist“, wollen Wallfahrer ganz bestimmte Orte aufsuchen, um genau dort Gott und seinen Kräften nahe zu sein. Hier bitten sie um Hilfe und kehren gestärkt nach Hause zurück. Intensive persönliche Erlebnisse Gerade jetzt sind in unserer Region wieder öfter kleinere und größere Gruppen unterwegs, teils mit Blasmusik, betend, singend, auch in Stillen und einem Kreuzträger voraus. Ziel ist die Wallfahrtskirche Maria im Sand in Dettelbach, auch andere, wie z. B. Maria im Weinberg in Volkach. Nicht alle, so Irmgard Jehle, Vizepräsidentin des Bayerischen Pilgerbüros in München, kommen als klassische Pilger, aber viele erleben sich anschließend, auch nach der Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrem Leben, als neue Menschen. „Sie werden sich unterwegs gegenseitig zu Seelsorgern und erleben Kirche in ihrer ursprünglichen, positiven Grundstruktur“. „Einfach mal abschalten, die Natur genießen, zur Ruhe kommen und die Gemeinschaft erfahren“, ist für Elfriede Dressel und Gaby Hofmann aus Mainstockheim die Grundmotivation für eine Wallfahrt. Sie beschreiben, ähnlich wie Harald Knobling aus Kitzingen, die intensive Erfahrung in der Weggemeinschaft beim gleichmäßigen Gehen, gemeinsamen Beten, Singen oder in Stille. Dabei stoßen viele von selbst auf die Frage nach Gott und Religion. Der Würzburger Bischof Dr. Franz Jung hat sich im August vergangenen Jahres bei der viertägigen Würzburger Kreuzbergwallfahrt als Teilnehmer mit eingereiht. In seinem Hirtenwort zur Fastenzeit 2025, anlässlich des Heiligen Jahres mit dem Motto „Pilger der Hoffnung“, spricht er von seinen Erfahrungen als Pilger. „Pilgern heißt, früh aufzustehen. Es ist... eine wunderbare Erfahrung, aus dem Dunkel dem Sonnenaufgang entgegen zu gehen… Eine Pilgerreise lädt dazu ein, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Persönlich frage ich mich, was brauche ich nicht mehr? Oder was belastet mich an Erinnerungen, an Verletzungsgeschichten oder Versäumnissen?“. Der Dettelbacher Wallfahrtsseelsorger Pfarrer Nicolas Kehl kennt auch diese Erfahrungen. Die vielfältigen Lebensgeschichten der Wallfahrer bewegen ihn immer wieder. Er ermutigt die Besucher, das Erlebte im Gespräch mit Gott zu teilen im Licht ihres eigenen Lebens. Papst Franziskus hat das „Heilige Jahr 2025“ unter das Motto „Pilger der Hoffnung“ gestellt. Auch die evangelischen Christen kennen das Pilgern als „unterwegs sein zu Gott“. „So teilen wir unseren Glauben und auch unsere Zweifel. So erleben wir Spiritualität auf dem Weg, alleine und miteinander“, laut „Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung Westfalen“. Für den protestantischen Kirchenlieddichter Gerhard Tersteegen (1697-1769) war der 40 Jahre währende Weg des Volkes Israel durch die Wüste ins Gelobte Land das Urbild der Pilgerschaft. Wallfahrt im Islam Wallfahrt und Pilgerschaft gibt es in allen Religionen. Die Kumbh Mela im Februar dieses Jahres in Indien war die größte Pilgerfahrt der Welt mit über 600 Millionen Hindus. Bekannter hierzulande durch die Medien ist der jährliche Haddsch der Muslime zur schwarzen Kaaba, dem zentralen Heiligtum des Islam in Mekka bzw. zum Grab des Propheten Mohammed in Medina mit knapp 2 Millionen Teilnehmern 2024. Dies Jahr findet sie Anfang Juni statt. Der Kitzinger Imam Hasan Imam weiß mehr dazu: Jeder Muslime ist verpflichtet, einmal im Leben eine Wallfahrt nach Mekka zu machen. Wegen den großen Anstrengungen und des hohen Preises für Fahrt und Unterkunft machen viele dies oft erst in späteren Jahren. In diesem Jahr gibt es nur einen Teilnehmer aus Kitzingen, aus Deutschland sind es ungefähr 1000. Das Ziel der Geschmacksmustergeschützt, individuell und einzigartig! Neue Modelle, ausgefallene Steinsorten, tolle Kombinationen, für Sie entworfen und gefertigt. Stein & Design Brumme GmbH Buchbrunner Straße 38 97318 Kitzingen Telefon 09321 4887 Telefax 09321 9254277 grabstein-brumme@t-online.de Mo-Fr 9-18 Uhr | Sa 9-16 Uhr Marktstraße 13 • 97318 Kitzingen Wir ändern Ihre Lieblingsstücke für die perfekte Passform Wallfahrt nach Dettelbach. Angekommen! Pilger auf dem Schwanberg. Fotos Josef Gerspitzer Bildquelle: CCR Archiv.

RkJQdWJsaXNoZXIy NDM3MTE=